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Bundeskanzleramt

Nachdem Berlin nach der Wiedervereinigung von Ost und West zur Bundeshauptstadt wurde und die Regierung folglich von Bonn nach Berlin zog, war auch der Bau eines neuen Bundeskanzleramts notwendig. Das westlich vom Reichstag stehende Gebäude ist Teil der Gruppe von Regierungsgebäuden im Spreebogen, die als Band des Bundes bezeichnet werden.

Der Spatenstich für das von den beiden Berliner Architekten Charlotte Frank und Axel Schultes entworfene Bauwerk fand am 4. Februar 1997 statt und somit noch zur Amtszeit von Kanzler Kohl. Nach gut vier Jahren Bauzeit wurde das Bundeskanzleramt am 2. Mai 2001 vom damaligen Bundeskanzler Schröder bezogen. Der Umzug von Bonn nach Berlin war damit abgeschlossen.

Kanzlerbüro auf Höhe des Plenums

Das moderne Gebäude besteht aus einem quadratischen Leitungsbau der von zwei länglichen Büroflügeln flankiert wird. Das Bauwerk hat eine Gesamtfläche von 12.000 Quadratmetern und zählt damit zu den größten Regierungshäusern der Welt. Im 36 Meter hohen Leitungsbau befinden sich neben Kabinetts- und Konferenzräumen auch die Büros des Bundeskanzlers und des Kanzleramtchefs. Das Arbeitszimmer des Bundeskanzlers befindet sich im siebten Stock und somit auf Augenhöhe mit dem Plenum des Deutschen Bundestages im benachbarten Reichstagsgebäude.

Die vierte der insgesamt acht Etagen ist die sogenannte Geheimetage mit abhörsicheren Räumlichkeiten. Aber auch eine Kanzlerküche befindet sich im Kanzleramt. Hier wird von großen Menüs für festliche Bankettes bis zum kleinen Frühstück für den Regierungschef allerlei Leckeres und Nahrhaftes zubereitet. Für den Kanzler steht auch eine kleine Dienstwohnung zur Verfügung, die jedoch üblicherweise eher wenig beansprucht wird.

In den 18 Meter hohen und bis zu 335 Meter langen Seitenflügeln des Bundeskanzleramts befinden sich 300 Büros von jeweils 20 Quadratmetern Größe, aufgelockert durch insgesamt 13 Lichthöfe. Der südliche Bürotrakt beheimatete eine Kantine mit Blick zur Spree, im nördlichen Gebäudeteil sind neben einer separaten Hauptwache und dem Personaleingang für die insgesamt 500 Mitarbeiter auch die Presseräume untergebracht.

Geschmückt mit moderner Kunst

Das gesamte Kanzleramt ist mit Kunstwerken der Klassischen Moderne und mit zeitgenössischen Werken nationaler und internationaler Künstler ausgestattet. In der Galerie der Bundeskanzler hängen Porträts aller bisherigen Regierungschefs, die jeweils von einem Künstler ihrer Wahl angefertigt wurden.

Der Leitungsbau und die beiden Büroflügel bilden auf der Vorderseite im Osten den Ehrenhof. Im Ehrenhof stehen Fahnenmasten, vier mit Bäumen bepflanzte Säulen sowie die Skulptur "Berlin" des baskischen Künstlers Eduardo Chillida. Der im Ehrenhof befindliche Haupteingang ist mit einem Zeltdach überspannt. Der Hof wird regelmäßig für Staatsempfänge genutzt.

Rückseitig des Gebäudes befinden sich der Kanzlergarten sowie ein jenseits der Spree gelegener Hubschrauberlandeplatz, der über eine doppelstöckige Brücke für Fahrzeuge und Fußgänger zum Bundeskanzleramt führt. Das Gesamtgelände umfasst eine Fläche von 73.000 Quadratmetern.

Das weitgehend verglaste Kanzleramt mit seinen zahlreichen Stilelementen der Postmoderne hat verschiedene spöttische Bezeichnungen. Journalisten haben es schnell Elefantenklo und, in Anspielung an den Ex-Bundeskanzler Kohl, Kohllosseum getauft. Der Volksmund bezeichnet es aufgrund seiner Frontansicht auch gern als (Kanzler-)Waschmaschine.

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