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Rathaus Charlottenburg

Das heutige Rathaus Charlottenburg, in der Otto-Suhr-Allee des Berliner Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf, ist genau genommen bereits das dritte Rathaus der bis 1920 selbständigen Stadt Charlottenburg. Im Jahr 1705, wenige Wochen nachdem Charlottenburg das Stadtrecht verliehen wurde, weihte man das Palais eines Hofbeamten in der Schloßstraße gegenüber vom Schloss Charlottenburg als Rathaus ein. Da das erste Rathaus trotz Erweiterungen dem rasanten Wachstum der Stadt nicht mehr gewachsen und zudem teilweise baufällig war, entschied mach sich 1857 zum Umzug in ein neues Gebäude. Die Wahl fiel auf das Palais des Oberhofstallmeisters Enke in der damaligen Berliner Straße, der heutigen Otto-Suhr-Allee. Auch dieses Gebäude wurde kontinuierlich erweitert.

Charlottenburg wuchs unaufhaltsam. Im Jahr 1893 erreichte die Stadt mit 100.000 Einwohnern den Status einer Großstadt. Anfang des 20. Jahrhunderts zählte die Stadt bereits 182.000 Bürger. Ein abermals größeres Rathaus musste her, das gegenüber den recht bescheidenen Vorgängerbauten auch das Selbstbewusstsein und den Stolz des Charlottenburger Bürgertums repräsentieren sollte.

Nachdem die Architekten Heinrich Reinhardt und Georg Süßenguth einen von der Stadt ausgeschriebenen Architekturwettbewerb gewannen, wurde von 1899 bis 1905 unter ihrer Leitung das neue, das dritte Charlottenburger Rathaus erbaut. Die Hauptfassade zur Straße hat eine Ausdehnung von 70 Metern und ist in strengen Jugendstilformen mit reicher Ornamentalplastik und figürlichem Schmuck der Opulenz mittelalterlicher Rathäuser nachempfunden. Der mit Kupferplatten verkleidete Rathausturm der Fünfflügelanlage überragt mit seinen 89 Metern sogar die Kuppel des Schloss Charlottenburg, weshalb sich Kaiser Wilhelm II. auf dem Weg zum Schloss angeblich geweigert haben soll, am Rathaus vorbeizufahren. Wahrlich repräsentativ sind auch die Fest- und Sitzungssäle sowie die Treppenhäuser des Rathaus Charlottenburg. Die Kosten für den Bau betrugen 4.147.000 Mark. Eingeweiht wurde das Rathaus am 20. Mai 1905 zur 200-Jahr-Feier der Stadt Charlottenburg.

Nachdem das Rathaus im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden erlitt, die zum Beispiel dafür sorgten, dass der Magistratssitzungssaal (von 1955 bis 2009 Pommernsaal, seit 2009 Minna-Cauer-Saal) als einziger der Prunksäle heute noch in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten ist. Von 1947 bis 1952 erfolgte die Wiederherstellung des Gebäudes durch Hans Günther. Im Jahr 1988 wurde das ursprünglich mit Biberschwanz gedeckte Dach stilwidrig mit holländischen Pfannen neugedeckt, wodurch sich der äußere Eindruck des Hauses leicht geändert hat.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im zweiten Obergeschoss eine Gedächtnishalle eingerichtet, die an die Opfer der von 1933 bis 1945 andauernden nationalsozialistischen Herrschaft erinnern soll. Im Flur zum Minna-Cauer-Saal befindet sich eine Fotogalerie, die der Opfer und Widerstandkämpfer des Regimes gedenkt.

Nach der Eingemeindung Charlottenburgs nach Groß-Berlin 1920 wurde aus der preußischen Großstadt westlich des alten Berlins der eigenständige Bezirk Charlottenburg gebildet. Nach der Verwaltungsreform 2001 verschmolz dieser mit dem Bezirk Wilmersdorf zum Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Danach wurden die Abteilungen des Rathauses auf das Rathaus Charlottenburg und das Rathaus Wilmersdorf aufgeteilt. Während die Bezirksverordnetenversammlung ihren Sitz im Wilmersdorfer Rathaus hat, ist das Charlottenburger Rathaus Sitz des Bezirksbürgermeisters.

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Adresse
Otto-Suhr-Allee 96 - 102
10585 Berlin
Deutschland

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101, 145
U-Bahnstation
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