München | Durch die weitere Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. (mehr)

Berühmtestes Wirtshaus der Welt

Hofbräuhaus München

Das Hofbräuhaus am Platzl gehört als berühmtestes Wirtshaus der Welt zum Pflichtprogramm für Touristen. Vor allem Amerikaner und Japaner zieht die Münchener Institution magisch an. Die Schwemme im Parterre, die große Bierhalle, bietet an Holztischen Platz für 1.000 Personen. Hier stehen auch jene Regale, in denen die 600 treusten Stammgäste ein eigenes Fach für ihren Bierseidel haben.

Zurückzuführen ist das Traditionshaus mit Weltruf auf Wilhelm V., Herzog von Bayern. Der hatte einen durstigen Hofstaat, für den das Bier aus der niedersächsischen Stadt Einbeck importiert wurde. Weil das für hunderte Höflinge ein teures Vergnügen war, beauftragte der Herzog am 27. September 1589 den Bau des Hofbräuhauses als Brauerei zur Versorgung des Wittelsbacher Hofs und dessen Bediensteter. Als Standort wurde das ehemalige Hühnerhaus am Alten Hof auserkoren.

Von der Hofbrauerei zum weltbekannten Wirtshaus

Zunächst wurde hier nur Braunbier gebraut. Wilhelms Sohn und Nachfolger, Herzog Maximilian I., sicherte sich später dann das Weißbiermonopol, mit dem der Hof gut verdiente. Das Weißbier fand so reißenden Absatz, dass die Brauerei am Alten Hof mit der Produktion nicht mehr nachkam. Maximilian I. beschloss die Weißbierbrauerei auszulagern und lies 1607 am Platzl eine neue Sudstätte für das "weiße" Hofbräuhaus errichten. An diesem Ort steht das Hofbräuhaus noch heute. 1808 wurde auch die Braunbierbrauerei in das Hofbräuhaus am Platzl verlegt, weil die Brauerei am Hofe endgültig zu klein geworden war.

Bis 1828 wurde nur gebraut, nicht jedoch bewirtet. Dann verfügte König Ludwig I. per Dekret den öffentlichen Ausschank und legte so den Grundstein für den gastronomischen Hofbräuhausbetrieb, wie wir ihn heute kennen. 1844 setzte er den Ausschankpreis für Bier deutlich unter das damals ortsübliche Niveau, um dem "Militär und der arbeitenden Klasse die Möglichkeit zu geben, sich einen gesunden und wohlfeilen Trunk zu leisten." Bier war damals ein Grundnahrungsmittel in Bayern, das auch als "flüssiges Brot" bezeichnet wurde. Noch heute ist die Maß im Hofbräuhaus traditionelle etwas günstiger als anderswo.

Nach der Reduzierung des Bierpreises stieg der Absatz so sprunghaft an, dass die Brauerei nicht mehr mithalten konnte. Fast jedes Jahr musste das Hofbräuhaus wegen Biermangels für einige Zeit schließen. Über den Erfolg des seit 1806 königlichen Hofbräuhauses beschwerten sich Privatbrauer und Wirte lauthals. König Maximilian II. zog aufgrund des Protestes in Erwägung, die Schankstätte zu privatisieren. Als das Volk davon Wind bekam, ging ein Sturm der Entrüstung durch München. Schließlich ging das Hofbräuhaus 1852 in den Besitz des bayerischen Staates über; eine für alle akzeptable Lösung.

Für Brauerei und Gaststätte unter einem Dach, wurde es auch am Platzl zu eng. Prinzregent Luitpold beschloss, die Brauerei aus dem Hofbräuhaus herauszunehmen und zu verlagern. Nachdem das Hofbräuhaus zu einem modernen Gastronomiebetrieb umgebaut wurde, konnte es am 22. September 1897 in neuer Form eröffnen.

Gründungsort der NSDAP

Im Festsaal, im ersten Stock des Hofbräuhauses, hielt Adolf Hitler am 24. Februar 1920 seine erste Rede vor großem Publikum. Der gebürtige Österreicher, der später den Zweiten Weltkrieg anzettelte, verlas vor etwa 2.000 Anwesenden das 25-Punkte-Programm. An diesem Abend wurde hier die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) gegründet, die aus der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) hervorging. Das düsterste Kapitel in der Geschichte des Münchener Hofbräuhauses.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Hofbräuhaus so gut wie vollständig zerstört. Trotz der massiven Luftbombardements blieben einige hundert Krüge in den Kellern des Hauses unbeschädigt. Rechtzeitig zur 800-Jahr-Feier der Stadt München im Jahre 1958 konnten die Rekonstruktionsarbeiten abgeschlossen werden.

Das Hofbräuhaus, das bis heute dem bayerischen Staat gehört und ihm jährlich Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe beschert, hat über all die Jahre nichts an seiner Anziehungskraft verloren. Täglich kehren hier bis zu 35.000 Gäste ein um bei live gespielter Blasmusik den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen. Allein über 200 Stammtische finden hier regelmäßig statt. Im Sommer ist der idyllische Biergarten im Innenhof ein begehrtes Ziel.

Wie beliebt und berühmt das Hofbräuhaus ist, zeigt das Lied "In München steht ein Hofbräuhaus". Es wurde 1935 ausgerechnet von einem Berliner in Berlin komponiert, nämlich von Wilhelm "Wiga" Gabriel. Weltweit gehört es zu den populärsten Stimmungsliedern und zum Repertoire wohl jeder Blaskapelle.

Ein weiteres Zeichen für den Erfolg des Hofbräuhauses sind seine Ableger in aller Welt. Das Hofbräuhaus in Las Vegas ist sogar eine originalgetreue Nachbildung, für die vom Stuhl bis zur Dachziegel alles aus Deutschland importiert wurde. Es wurde 2004 von Siegfried und Roy eröffnet und bietet neben aus Deutschland importiertem Bier natürlich auch die typisch bayerischen Spezialitäten an, die man auch im Münchener Original genießen kann.

Weitere Informationen

Kontakt

Adresse
Platzl 9
80331 München
Deutschland
Telefon
+49 (89) 29 01 36 10 0
Telefax
+49 (89) 29 01 36 12 9
E-Mail
hbteam@hofbraeuhaus.de
Internet
http://www.hofbraeuhaus.de

Verkehrsanbindung

Tramhaltestellen
Kammerspiel, Nationaltheater
U-Bahnstation
Marienplatz

Öffnungszeiten

täglich
09:00 - 23:30 Uhr

Daten & Fakten nicht mehr aktuell? Bitte informieren Sie uns!